Die Energie Steiermark ist eines der wichtigsten österreichischen Energieversorgungsunternehmen. Im Sinne der gesamtgesellschaftlichen Chancengleichheit hat der Konzern eine ganzheitliche Inklusionsstrategie mit spezifischen Maßnahmen für das gesamte Unternehmen entwickelt. Dabei wird die Abteilung für Personalentwicklung bei der Umsetzung von myAbility, einem innovativ-sozialen Unternehmen, unterstützt.

Eingebettet in ein berufliches Umfeld, das sich gut auf die jeweiligen Anforderungen vorbereitet, öffnet sich das Unternehmen, um auch Menschen mit Behinderung in Bewerbungsverfahren im Zusammenhang mit offenen Stellen aufzunehmen.

Drei Mitarbeiter standen im Mittelpunkt eines Pilotprojektes, das in Angriff genommen werden konnte, weil sich die zukünftigen Kolleginnen und Kollegen dazu bereit erklärten, den Versuch der Inklusion zu wagen. „Wir haben also nicht nur drei Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung kreiert“, erklärt uns die Leiterin der Strategischen Personalentwicklung, Petra Pieber, „sondern wir haben versucht, alle möglichen dabei auftretenden Herausforderungen vorab zu klären. Danach wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den jeweiligen Abteilungen gezielt geschult, damit die drei neuen Teammitglieder, mit der Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen, ihre Potenziale optimal entfalten können.“

Die Vorstände Christian Purrer und Martin Graf lächeln in die Kamera.
Die beiden Vorstände Christian Purrer und Martin Graf stellen klar:  “Wir widmen uns dem Thema Inklusion unter der Prämisse, dass wir als Unternehmen mit unserem Team ganzheitlich profitieren wollen“. [Bilder: Erwin Scheriau]

Auf die Frage, warum man sich diesbezüglich engagiere, stellen Energie Steiermark Vorstände Christian Purrer und Martin Graf klar, dass man eine soziale Verantwortung empfinde, die über das Wirtschaftliche hinausgehe. „Daher haben wir uns dazu entschlossen, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzuladen, sich der Herausforderung der Inklusion zu stellen“, so das Vorstandsduo.

Und so wird es innerhalb der Energie Steiermark zu einer Selbstverständlichkeit, dass Menschen mit Behinderung voll in den unternehmerischen Alltag integriert werden. „Dabei geht es uns aber nicht ums Erfüllen einer Quote. Die wird ja ohnehin gesetzlich geregelt“, stellt der Vorstand klar und meint damit die Vorgaben des Behinderteneinstellungsgesetzes, die pro 25 Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz für einen begünstigten Behinderten vorsehen. „Es geht um Verständnis und die Schaffung eines Klimas der Offenheit.“

Stefan G. sitzt an seinem Schreibtisch. Eine Kollegin hinter ihm reicht ihm einige Broschüren.
Inklusion bei der Energie Steiermark: Stefan G. fühlt sich in seinem Job im Servicecenter als vollwertiger Kollege akzeptiert.

Stefan G. (28) sitzt im Rollstuhl und ist im Servicecenter für die Bearbeitung von Kundendaten zuständig. „Wir haben zuerst nicht gewusst, wie wir mit Stefan umgehen sollen“, erklärt die Teamleiterin Barbara Spanner und fügt, ohne etwas zu beschönigen, hinzu: „Ja, es war mühsam. Denn uns war klar, dass jede Art von Bemuttern ein falscher Weg wäre.“ Es habe auch Ängste wegen des richtigen Umgangs mit dem Kollegen mit Behinderung gegeben, aber die Schulung habe sehr geholfen: „Mittlerweile merken wir gar nicht mehr, dass Stefan im Rollstuhl sitzt.“ Und auch Stefan G. ist zufrieden: „Ich habe einen Job, der mir Spaß macht, und das Gefühl, dass ich eine sinnvolle Arbeit mache.“

Matthias H. stempelt an seinem Schreibtisch ein Dokument.
Und auch Matthias H. ist für seine Vorgesetzten und Kollegen in der Personalverrechnung ein Mitarbeiter wie jeder andere.

Matthias H. (26) arbeitet in der Personalverrechnung und prüft dort die Fahrtenbücher von etwa 80 Angestellten und die Erfüllung der steuerlichen Rahmenbedingungen. Für seinen Abteilungsleiter, Christian Ploschnitznigg, ist Matthias ein Kollege wie jeder andere. Dazu Pressesprecher Urs Harnik: „Genau darum geht es. Wir wollen niemandem das Gefühl geben, mitgeschleppt zu werden. Das sind keine geschützten Arbeitsplätze unter Aufsicht von sozialpädagogisch geschulten Betreuern, sondern Jobs, wie wir sie jedem anderen auch ohne Beeinträchtigung anbieten würden.“

Michael H. ordnet ein Paket in das Fach eines Schrankes ein.
Michael H. absolviert eine teilqualifizierte Lehre zum Bürokaufmann und arbeitet im Expedit.

Michael H. (21) vervollständigt das Trio. Er arbeitet im Expedit und absolviert eine teilqualifizierte Lehre als Bürokaufmann im Rahmen seiner Möglichkeiten. In den letzten Wochen besuchte er, wie jeder andere Lehrling auch, die Berufsschule in Feldbach. „Ich übernehme die Post, teile sie auf und frankiere die Stücke, die rausgehen.“ Das sind Arbeiten, wie sie sonst jemand ohne Beeinträchtigung machen würde. Einmal pro Woche hat Michael H. Mathematik-Nachhilfe, ein weiteres Mal kommt ein Job-Coach. In seiner Freizeit hat er spezielle sportliche Erfolge erzielt. Bei den nationalen Special Olympics Sommerspielen 2018 hat er in Vöcklabruck im Schwimmen eine Gold- und eine Silbermedaille gewonnen.en.“

Etwa 40 Personen aus drei Abteilungen entwickelten in speziellen Workshops „Spielregeln“, um auch intern eine klare Kommunikation festzulegen; jedem der drei Herren wurde ein eigener Mentor zur Seite gestellt. Dazu Petra Pieber: „Wir wollen aber nicht kleinreden, dass es schon eine Herausforderung für die jeweiligen Kolleginnen und Kollegen war und ist, sich einer solchen Situation zu stellen.“

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die als Kulturbotschafterinnen und Kulturbotschafter der Energie Steiermark fungieren, unterstützen den Prozess und sind gleichzeitig Vorbilder für Chancengleichheit und Vielfalt im Konzern.

Anhand der gewonnen Erfahrungen aus den einzelnen Projekten und im Zuge einer unternehmensweiten Analyse entstand unter professioneller Begleitung von myAbility schließlich eine ganzheitliche Inklusionsstrategie für das Unternehmen. Dadurch gelingt es vorhandene Maßnahmen und Prozesse zu optimieren. In diesem Jahr legt die Energie Steiermark den Schwerpunkt auf die Sensibilisierung ihrer Belegschaft. Einige Führungskräfte haben bereits an virtuellen „Disability Awareness Trainings” teilgenommen.“

Schwerpunkt Chancengleichheit
Dieser Beitrag wird unterstützt von der Energie Steiermark AG. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei SteierMag