Im Rahmen der internationalen Operation „Ancora“ ist es Sicherheitsbehörden gelungen, ein weitverzweigtes Schleppernetzwerk zu zerschlagen, das über die Südbalkan-Route illegale Migration nach Europa organisiert haben soll. Wie Innenminister Gerhard Karner in Graz bekanntgab, wurden insgesamt 130 Mitglieder der Organisation festgenommen.

Symbolbild: Eine internationale Polizeikooperation zerschlägt ein Schleppernetzwerk entlang der Balkanroute – zahlreiche Festnahmen sollen illegale Migration und organisierte Schlepperei eindämmen. [Illustration: JOTAI]
An den Ermittlungen beteiligt waren unter anderem die PUMA-Kräfte der Grenzpolizeiinspektion Spielfeld, das Landeskriminalamt Steiermark, das Bundeskriminalamt sowie die europäische Polizeibehörde Europol. Eine zentrale Rolle spielte der Grenzübergang Spielfeld, der seit Jahren als wichtiger Kontrollpunkt entlang der Balkanroute gilt.
Mehr als 100.000 geschleuste Personen
Nach Angaben der Ermittler soll die international organisierte Schleppergruppe innerhalb von rund anderthalb Jahren mehr als 100.000 Menschen illegal nach Europa gebracht haben. Die kriminelle Organisation soll dabei Gewinne in Höhe von rund einer Milliarde Euro erzielt haben.
Das Vorgehen der Bande galt laut Behörden als besonders skrupellos. In einem dokumentierten Fall kam es bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei in Kroatien zu einem Unfall, bei dem drei Menschen ums Leben kamen.
Bedeutung internationaler Zusammenarbeit
Die Ermittlungen erstreckten sich über mehrere Länder und wurden in enger Zusammenarbeit europäischer Sicherheitsbehörden durchgeführt. Innenminister Karner sprach von einem bedeutenden Erfolg im Kampf gegen organisierte Schlepperei entlang der Balkanroute.
Auch aus der Steiermark wurde die Arbeit der beteiligten Polizeieinheiten hervorgehoben. Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom betonte die Rolle der regionalen Sicherheitskräfte:
„Dieser Erfolg zeigt einmal mehr, wie wichtig die Arbeit unserer Behörden in der Steiermark für den Schutz der Grenzen und die Sicherheit der Menschen in Österreich und Europa ist.“

Politische Reaktionen
Der steirische ÖVP-Klubobmann Lukas Schnitzer verwies auf die Bedeutung konsequenter Maßnahmen gegen organisierte Schlepperei. Kriminelle Netzwerke, die von illegaler Migration profitieren, müssten entschlossen bekämpft werden. Entscheidend sei dabei die enge Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden über nationale Grenzen hinweg.
Schlag gegen Schleppernetzwerk
- Operation: „Ancora“ – internationale Polizeioperation gegen Schlepperei
- Festnahmen: 130 mutmaßliche Mitglieder der Schlepperorganisation
- Tatzeitraum: rund 1,5 Jahre
- Geschleuste Personen: mehr als 100.000 Menschen über die Südbalkan-Route
- Geschätzter Gewinn: etwa 1 Milliarde Euro
- Beteiligte Behörden: Grenzpolizei Spielfeld (PUMA), Landeskriminalamt Steiermark, Bundeskriminalamt, Europol sowie internationale Partner
- Zentraler Einsatzort: Grenzübergang Spielfeld (Steiermark)
- Tragischer Vorfall: Verfolgungsjagd in Kroatien mit drei Todesopfern
- Ziel der Aktion: Zerschlagung eines internationalen Schleppernetzwerks und Eindämmung organisierter illegaler Migration entlang der Balkanroute.
Ziel der Aktion: Zerschlagung eines internationalen Schleppernetzwerks und Eindämmung organisierter illegaler Migration entlang der Balkanroute.





