Viele Menschen erschrecken, wenn sie in der Natur plötzlich eine Schlange entdecken. Tatsächlich leben in Österreich sieben heimische Schlangenarten, sechs davon kommen auch in der Steiermark vor. Die gute Nachricht: Die meisten sind für Menschen völlig ungefährlich – und alle stehen unter Schutz

Die Kreuzotter (Vipera berus) ist eine der beiden giftigen Schlangenarten in der Steiermark und meist sehr scheu [Foto: JOTAI]

Schlangen sind wechselwarme Tiere und werden vor allem im Frühling und Sommer aktiv. Dann sieht man sie häufig beim Sonnenbaden auf Wegen, Steinen oder Waldrändern. Begegnungen mit Menschen enden jedoch meist damit, dass die Tiere rasch fliehen.

Welche Schlangen kommen in der Steiermark vor?

In der Steiermark leben insgesamt sechs Schlangenarten. Zwei davon sind giftig, vier gehören zu den ungiftigen Nattern.

Giftige Arten:

  • Kreuzotter
  • Hornotter

Ungiftige Arten:

  • Äskulapnatter
  • Schlingnatter
  • Ringelnatter
  • Würfelnatter

Alle heimischen Schlangen sind streng geschützt, weil ihre Bestände in vielen Regionen zurückgehen.

Giftige Schlangen in der Steiermark: Kreuzotter und Hornotter

In der Steiermark kommen zwei Giftschlangen vor. Beide gehören zur Familie der Vipern.

Grundsätzlich gilt: Schlangen greifen Menschen nicht aktiv an. Ein Biss passiert fast immer nur dann, wenn ein Tier überrascht oder bedrängt wird.

Die Kreuzotter: Häufigste Giftschlange in der Steiermark

Die Kreuzotter (Vipera berus) ist die am häufigsten vorkommende Giftschlange Österreichs. Typisch ist ihre dunkle Zickzacklinie auf dem Rücken.

Sie lebt vor allem in alpinen und voralpinen Regionen, häufig in Moorgebieten, auf Bergwiesen oder an Waldrändern. Besonders aktiv ist sie an sonnigen Vormittagen und am Nachmittag, wenn sie Wärme tankt.

Kreuzottern sind normalerweise sehr scheu und ziehen sich zurück, sobald sie Menschen bemerken. Nur wenn sie sich in die Enge gedrängt fühlen, können sie zubeißen.

Ihr Gift dient hauptsächlich dazu, Beutetiere wie Mäuse zu lähmen. Für gesunde Erwachsene ist ein Biss in der Regel nicht lebensgefährlich, kann jedoch schmerzhaft sein. Nach einem Biss sollte zur Sicherheit immer ein Arzt aufgesucht werden.

Die seltene Hornotter in der Steiermark

Die Hornotter (Vipera ammodytes) ist die größte und giftigste Schlange Mitteleuropas. Ihr markantes „Horn“ auf der Schnauze macht sie unverwechselbar. In Österreich kommt sie vor allem in wärmeren, felsigen Regionen im Süden und Osten vor. [Foto: JOTAI]

Die Europäische Hornotter (Vipera ammodytes) ist deutlich seltener als die Kreuzotter. In der Steiermark kommt sie nur in wenigen Regionen vor, etwa nahe der slowenischen Grenze sowie in Teilen der Obersteiermark.

Ihr auffälligstes Merkmal ist das kleine Horn auf der Nasenspitze. Ihr Gift zählt zu den stärkeren Vipern-Giften Europas. Auch hier gilt: Ein Biss ist selten, sollte aber immer sofort medizinisch behandelt werden.

Vier ungiftige Schlangen: Diese Nattern leben in der Steiermark

Neben den beiden Vipern leben in der Steiermark vier ungiftige Natternarten.

Äskulapnatter

Die Äskulapnatter ist die größte heimische Schlange. Sie kann bis zu zwei Meter lang werden und lebt vor allem in warmen, strukturreichen Landschaften.

Ihren Namen kennt man aus der Medizin: Die Schlange am Äskulapstab, dem Symbol der Heilkunst, geht auf diese Art zurück.

Schlingnatter

Die Schlingnatter ist deutlich kleiner und sehr gut getarnt. Wegen ihrer unauffälligen Zeichnung wird sie oft übersehen. Sie gehört zu den am weitesten verbreiteten Schlangen Mitteleuropas.

Ringelnatter

Die Ringelnatter ist stark an Gewässer gebunden und eine ausgezeichnete Schwimmerin. Man findet sie häufig an Teichen, Seen und Flussufern.

Würfelnatter

Die Würfelnatter lebt ebenfalls in der Nähe von Wasser und ernährt sich vor allem von Fischen. In Mitteleuropa gilt sie als Schlangenart mit der stärksten Bindung an Gewässer.

Was tun bei einer Begegnung mit einer Schlange?

Wer beim Wandern eine Schlange entdeckt, sollte vor allem Ruhe bewahren.

Die wichtigsten Regeln:

  • Abstand halten
  • das Tier nicht bedrängen
  • langsam weitergehen

In den allermeisten Fällen verschwindet die Schlange innerhalb weniger Sekunden im nächsten Versteck.

Schlangen sind wichtige Bestandteile des Ökosystems, weil sie Schädlinge wie Mäuse regulieren. Begegnungen mit ihnen sind daher eher ein Zeichen für eine intakte Natur.