Die Koralmbahn verändert den Hochschulraum Süd grundlegend. Graz und Klagenfurt rücken zeitlich zusammen, Kooperation wird Alltag – mit Vorteilen für Studierende, Forschung und internationale Sichtbarkeit. Die Rektorate und Universitätsräte aus Graz und Klagenfurt berieten daher in St. Paul über die neuen Chancen.

Dass sich die Rektorate und Universitätsräte der Karl-Franzens-Universität Graz und der Alpe-Adria-Universität Klagenfurt am 12. Jänner 2026 zu ihrer Strategieklausur ausgerechnet im Benediktinerstift St. Paul trafen, war bewusst gewählt – inhaltlich wie symbolisch. Der Tagungsort liegt nämlich direkt an jener neuen Achse, die den Süden Österreichs so grundlegend verändert – der Koralmbahn.
Die gemeinsame Anreise mit der Bahn stand sinnbildlich für das strategische Zusammenrücken zweier Universitätsstandorte zu einem funktionalen Hochschulraum Süd Graz Klagenfurt. Erstmals diskutierten nicht nur operative Ebenen, sondern auch die obersten Leitungsgremien beider Universitäten gemeinsam über langfristige Perspektiven, Prioritäten und institutionelle Verzahnung.
Die Koralmbahn als Gamechanger für den Hochschulraum Süd
Im Zentrum der Klausur stand die Frage, wie sich mit der Koralmbahn aus guter Kooperation ein gemeinsamer akademischer Alltag entwickeln lässt. Die massiv verkürzte Reisezeit zwischen Graz und Klagenfurt verändert die Logik universitärer Zusammenarbeit grundlegend: Tagespendeln wird realistisch, regelmäßige persönliche Treffen werden selbstverständlich, gemeinsame Lehrformate, Forschungsgruppen und Gremienarbeit lassen sich ohne hohen Zeit- und Kostenaufwand organisieren.
Genau hier setzt die strategische Bedeutung der Bahn an. Was bisher punktuell, projektbezogen oder organisatorisch mühsam war, kann künftig strukturell verankert werden. Die Koralmbahn schafft jene zeitliche Nähe, die es braucht, um Ressourcen gemeinsam zu nutzen, Profile sinnvoll zu verzahnen und institutionelle Grenzen im Alltag zu überwinden.

Von der Klausur zur gelebten Kooperation
Die Konferenz in St. Paul machte deutlich: Der Hochschulraum Süd Graz Klagenfurt soll nicht abstraktes Leitbild bleiben, sondern aktiv gestaltet werden – auf Ebene der Universitätsleitungen ebenso wie in Forschung, Lehre und Verwaltung. Die enge Abstimmung von Rektoraten und Universitätsräten sendet dabei ein starkes Signal nach innen und außen: Die Zusammenarbeit ist strategisch gewollt, langfristig angelegt und politisch wie institutionell abgesichert.
Für Studierende bedeutet das perspektivisch ein breiteres, komplementäres Studienangebot über Standortgrenzen hinweg. Für Forschende sinkt die Schwelle für gemeinsame Projekte, interdisziplinären Austausch und kontinuierliche Zusammenarbeit deutlich. Persönliche Präsenz, Vertrauen und informelle Abstimmung – zentrale Faktoren wissenschaftlicher Qualität – werden durch die neue Erreichbarkeit massiv erleichtert.
Internationale Sichtbarkeit durch räumliche Nähe
Auch die internationale Dimension spielte bei der Klausur eine zentrale Rolle. Ein gut erreichbarer, vernetzter Wissenschaftsraum ist ein entscheidender Standortfaktor im globalen Wettbewerb um Talente. Mit der Koralmbahn können sich Graz und Klagenfurt gemeinsam als zusammenhängende Wissenschafts- und Bildungsachse im Süden Österreichs positionieren – eingebettet in den Alpen-Adria-Raum und attraktiv für Kooperationen mit Partnern in Slowenien, Norditalien sowie darüber hinaus. Die Strategieklausur in St. Paul war mehr als ein Arbeitstreffen – sie markiert einen institutionellen Schulterschluss. Die Koralmbahn verbindet nicht nur Städte, sondern Entscheidungsebenen, Alltagspraktiken und strategische Perspektiven. Sie macht aus zwei Universitäten mit guter Zusammenarbeit einen gemeinsam gestalteten Hochschulraum Süd – mit Strahlkraft weit über die Region hinaus.





