Die Steiermark stellt ihr Gesundheitssystem neu auf: Mit dem Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG 2030) wird die Versorgung in allen Regionen moderner, schneller und wohnortnäher. Mehr Gesundheitszentren, klarere Spitalsstrukturen und neue Angebote für Kinder, Frauen und ältere Menschen – das bringt der Plan für die Zukunft.

Die Steiermark wächst – und sie wird älter. Gleichzeitig fehlen in vielen Regionen niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, während die Spitäler mit immer mehr ambulanten Fällen konfrontiert sind. „Unser Ziel ist klar: eine moderne, wohnortnahe Versorgung für alle Steirerinnen und Steirer – jetzt und in Zukunft“, sagt Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl. Genau dafür wurde der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG 2030) entwickelt. Der RSG ist die erste gemeinsame, verbindliche Zukunftsplanung für Spitäler, Gesundheitszentren und den niedergelassenen Bereich.
Der RSG 2030 ist ein Sicherheitsversprechen
Nicht nur die medizinischen Bedürfnisse ändern sich auch die ärztlichen Möglichkeiten. Viele Eingriffe können heute ambulant oder tagesklinisch erfolgen – schneller, sicherer und weniger belastend für die Patienten. Gleichzeitig braucht es spezialisierte Standorte für komplexe Behandlungen, mehr Angebote für ältere Menschen und bessere Übergänge zwischen Spital, niedergelassenem Bereich und Pflege. Der Regional Strukturplan Gesundheit sorgt dafür, dass Leistungen gebündelt, Doppelgleisigkeiten vermieden und Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden.
Ein zentrales Element ist der massive Ausbau von Gesundheitszentren, die in vielen Regionen erstmals rund um die Uhr erreichbar sein werden. Sie entlasten die Spitäler und stellen sicher, dass die Bevölkerung auch dann Hilfe bekommt, wenn es vor Ort keine besetzte Kassenpraxis mehr gibt. Außerdem setzt die Steiermark auf neue Modelle wie Frauengesundheit Rottenmann, Frauengesundheit Hartbergerland oder Kindergesundheit Deutschlandsberg – Kassenordinationen direkt im Spital, betrieben von Abteilungen und garantierend, dass niemand ohne Versorgung bleibt.
„Veränderung kann verunsichern“, sagt Kornhäusl, „aber sie ist notwendig, damit die Versorgung nicht irgendwann bricht.“ Besonders in vielen Fachbereichen, in denen Kassenstellen kaum mehr besetzt werden können, braucht es neue Wege. Kornhäusl hat deshalb auch eine bundesweite Reform angeregt: Die ÖGK soll für jede unbesetzte Kassenstelle in einen Topf einzahlen, aus dem alternative Modelle finanziert werden – ein Vorschlag, der mittlerweile auch von der Patientenanwaltschaft unterstützt wird.
Der RSG 2030 ist damit mehr als ein Plan: Er ist ein Sicherheitsversprechen. Ein Bekenntnis, dass Gesundheitsversorgung nicht am Wohnort scheitern darf. Und dass moderne Medizin allen Menschen zugänglich bleiben muss – ob in Graz, im Ennstal, in Hartberg oder im Murtal.
Was bedeutet der RSG für die Regionen:
Graz/Graz Umgebung

• Ausbau des ambulanten/tagesklinischen Angebots
• Neue Verbünde: Voitsberg als Teil des LKH Graz II, Weiz im Verbund mit LKH-Univ. Klinikum Graz
• Verlagerung der akuten Neurologie des LKH Graz II, Standort Süd an den Standort West
• Verlagerung der Alterspsychiatrie vom Standort Süd an das Krankenhaus der Elisabethinen
• Kooperationen LKH-Univ. Klinikum Graz mit den Barmherzigen Brüdern Graz: Urologie und Gynäkologie)
• Kooperationen LKH-Univ. Klinikum Graz mit dem UKH Steiermark (Orthopädie & Traumatologie)
• Neue Facharztzentren in Hörgas (Gynäkologie, HNO und Innere Medizin) und Graz (Schmerzmedizin)
• Neue Gesundheitszentren in Hart bei Graz, Laßnitzhöhe, Lieboch
• Drei weitere Gesundheitszentren in Graz und Graz-Umgebung
Östliche Obersteiermark

• Ausbau des ambulanten/tagesklinischen Angebots
• Bündelung aller chirurgischen Fachbereiche in Leoben, Bruck als elektiv/tagesklinisches Zentrum (bereits umgesetzt)
• Neue Psychiatrie in Bruck (erstmals stationäres Angebot für die Obersteiermark)
• neue Dermatologie-Ambulanz und Ausbau der Strahlentherapie
• Zwei neue Gesundheitszentren in Kapfenberg und Bruck
Westliche Obersteiermark

• Ausbau des ambulanten/tagesklinischen Angebots
• Orthopädie & Traumatologie: Akutversorgung in Judenburg
• Orthopädie & Traumatologie: geplante Eingriffe auf der Stolzalpe
• Kinder: Versorgung im neuen Gesundheitszentrum in Murau
• Remobilisation und Nachsorge (RNS) auf der Stolzalpe geplant
• Ein neues Gesundheitszentrum in Murau (inkl. Kinder- und Jugendversorgung, bedarfsabhängige ambulante internistische Versorgung und Physiotherapie/Remobilisation)
Bezirk Liezen

• Beibehaltung der bestehenden Krankenhäuser
• Bad Aussee: Akutgeriatrie und Remobilisation, internistische Akut-Ambulanz
• Rottenmann: Bettenanpassung an Bedarf, standortübergreifende Orthopädie und Traumatologie mit Schladming, Remobilisation und Nachsorge
• Schladming: standortübergreifende Orthopädie und Traumatologie mit Rottenmann, Auflassung der Gynäkologie und Geburtshilfe sowie der Chirurgie
• Dialyseplätze in Schladming und Rottenmann bleiben erhalten
• Neue Kassenordination für Frauengesundheit & Geburtshilfe in Rottenmann
• neue Gesundheitszentren in Bad Mitterndorf und Bad Aussee
• Hebammenzentrum in Schladming
Oststeiermark

• Ausbau des ambulanten/tagesklinischen Angebots
• Verbund LKH Oststeiermark (bereits umgesetzt): Feldbach als Akut-Krankenhaus, Hartberg für geplante Eingriffe
• Geburtshilfliche Versorgung bleibt in Hartberg und Feldbach
• Neues Hebammenzentrum in Hartberg geplant
• Neue Kassenordination für Frauengesundheit & Geburtshilfe im LKH Hartberg
• Ausbau Akutgeriatrie und Remobilisation (AG/R) im Marienkrankenhaus Vorau
• Chirurgie in Vorau: Umwandlung von stationären Betten in tagesklinische Plätze
• Weiz: Verbund mit dem LKH-Univ. Klinikum Graz
• Bad Radkersburg: Verlagerung der Orthopädie nach Deutschlandsberg, akutmedizinische Versorgung durch ein rund um die Uhr geöffnetes Gesundheitszentrum gewährleistet; Tagesklinik für Innere Medizin, Ausbau der Remobilisation und Nachsorge (RNS)
• Drei neue Gesundheitszentren in Fürstenfeld, Bad Radkersburg und im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld geplant Alle Spitalsstandorte bleiben
Süd-/Weststeiermark

• Ausbau des ambulanten/tagesklinischen Angebots
• Verbund LKH Süd-West-Steiermark (Deutschlandsberg, Wagna, Bad Radkersburg): Wagna als Zentrum für Akutversorgung, Deutschlandsberg für planbare Eingriffe
• Verlagerung der Orthopädie von Bad Radkersburg nach Deutschlandsberg geplant
• Neues, multiprofessionelles Facharztzentrum (für Augenheilkunde, Dermatologie, Gynäkologie, Innere Medizin, Orthopädie und Traumatologie) in der Region
• Neue Kassenordination für Kindergesundheit in Deutschlandsberg (geplant ab Ende 2025)
• Vier neue Gesundheitszentren in der Region
Der RSG 2030 sorgt dafür, dass gute Medizin nicht von der Adresse abhängt – sondern für alle erreichbar bleibt.


